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aus der welt fressen
 
Theaterstück von Johannes Hoffmann
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PREISE:
2023:
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INSZENIERUNG:
  • "aus der welt fressen" wird in Kooperation mit der Theaterinitiative Burgenland, Landestheater der Autor:innen im September 2026 uraufgeführt
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​D., einst in der Konsumfeldforschung tätig, kehrt an eine frühere Wirkungsstätte zurück. Ein Ort, der als Teststadt für Werbung angelegt wurde, ein Labor unter realen Lebensbedingungen. Hier sollte ein Modell der Durchschnittsgesellschaft entstehen, das Konsumgewohnheiten, Wünsche und Erwartungen ihrer Bewohner:innen auf die Probe stellt.

Längst aber ist das Experiment beendet, der Ort verwildert und verlassen. Aus aufgebrochenen Straßen wachsen Gräser, Fassaden bröckeln, Werbeplakate verfallen, die einst leuchtend gelben Rapsfelder sind kahl. Nur eine Person ist geblieben.
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J. lebt noch immer in einem Haus, das wie aus der Zeit gefallen wirkt, sorgfältig bewahrt, als sei das Leben in diesen Wänden stehengeblieben.

Ist D. zurückgekehrt, um mit der einstigen Werbeikone J. eine neue Kampagne zu entwickeln oder aus zwischenmenschlichem Interesse? Zwischen beiden entwickelt sich ein Kammerspiel aus Nähe, Kontrolle und Beobachtung, in dem die Grenze zwischen Wirklichkeit, Inszenierung und Werbung verschwimmen.

Werbung ist längst kein Begleitgeräusch mehr. Sie ist Struktur. Sie formt, misst und normiert, sie prägt, wie wir leben, was wir begehren und was als normal gilt. Was früher auf Marktplätzen und im Fernsehen stattfand, reicht heute tief in den digitalen Raum hinein. Algorithmen analysieren, prognostizieren, strukturieren. Werbung verschwindet nicht zwischen zwei Sendungen, sie durchzieht Feeds, Suchanfragen, Navigationsrouten und private Nachrichten. Vom Supermarktregal über Wahlplakate bis zum Smartphone wird der Alltag zur permanenten Testfläche.
aus der welt fressen verlagert diese Mechanismen auf einen ganzen Ort, der selbst zum Versuchsraum wird, in dem Normalität gemessen, optimiert und reproduziert wird.

Was geschieht, wenn das Experiment endet, die Mechanismen aber weiter wirksam bleiben?
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© 2026 Johannes Hoffmann

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